Wittow - Landkreis Rügen

Wittow ragt heraus aus der Reihe der Wittorfer Ortsbeschreibungen:
- Es ist kein Wittorf im engeren Sinne, denn seine slawische Namens- endung "-ow" unterscheidet es.   
- Bei Wittow handelt es sich um keine Ortschaft, sondern um eine der acht Halbinseln, in die die bekannte Ostseeinsel Rügen durch Buchten (Bodden oder Wieke) zerklüftet ist.    
Dennoch sei es wegen seiner Klangnähe an dieser Stelle herzlich begrüßt.
Als nördlichste Halbinsel Rügens stößt Wittow am weitesten in die Ostsee hinein. Das Areal ist landwirtschaftlich geprägt und gilt als Kornkammer Rügens. 

Strand vor Dranske"Windland Wittow" wird der nordöstliche Vorposten Rügens auf Postkarten und in der Fremdenverkehrswerbung oft genannt. Windland ist jedoch keine Deutung des Namens, sondern ein Beiname, der den rauen Wetterverhältnissen geschuldet ist. 
Withoya, Wittowy, Wittowey und Witou stand in alten Schriften  geschrieben. In der Vorzeit soll die Halbinsel Arkona geheißen haben. So schreibt Saxo Grammaticus: "insula Archonensis, qui Vithova dicitur".  
Ein Deutungsversuch bringt die Herkunft des Namens Wittow in die Nähe des Heiligen Vitus, dessen Name sich abgewandelt  während der Slawenzeit im Sprachgebrauch erhalten haben soll.
Man erreicht die Halbinsel Wittow über die Schaabe, eine schmale, sandige Niederung (8 km lang und bis 1 km breit - s. Karte), die Wittow mit der Halbinsel Jasmund verbindet. 

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, mit der Wittower Fähre überzusetzen, die die 250 m schmale Enge zwischen dem  Breezer Bodden und dem Rassower Strom quert. (mehr Bilder - klick)

 

Sehenswertes Highlight von Wittow ist das nordöstliche Vorgebirge der Insel Rügen, das Kap Arkona (45 m hoch), in der Nähe der Gemeinde Putgarten. Es besteht aus Kreidegestein. 

 Geschichtlich bedeutsam ist die Kultstätte des slawischen Gottes Swantewit. Zu seinen Ehren errichteten im 6. - 8. Jahrhundert die slawischen Ranen auf dem Kap die Jaromarsburg als Tempelburg. In ihrer Mitte stand ein großer Tempel mit rotem Dach, der ein gewaltiges Standbild des viergesichtigen Gottes barg. 1168 eroberten die Dänen die Festung und führten damit das Christentum auf Rügen ein. 
Die Wallreste heben sich noch heute sichtbar von der Umgebung ab. Die größten Teile des Burginneren sind jedoch inzwischen in die Ostsee gestürzt, denn das Kap Arkona wird von der Gewalt des  Meeres mehr und mehr abgetragen (im Jahrhundert ungefähr 10 - 20 m).

Foto: R. Heimsoth

Auf dem Kap ragen zwei markante Leuchttürme in den Himmel - der alte, kleinere Backsteinturm wurde 1826/27 nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel gebaut. Er ist nicht mehr in Funktion, da er 1902 durch einen höheren (35 m), heute noch aktiven ersetzt wurde.

 

Ein weiteres Highlight im Sinne des Wortes ist der ehemalige Peilturm, den die kaiserliche Marine errichten ließ. Er dient heute als Museum mit Aussichtsplattform.

Mit der Arkona-Bahn kann man die Sehenswürdigkeiten an der Spitze Wittows bequem "erfahren". Sie startet am Sammelparkplatz.

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