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Wittorf
- Stadt Neumünster -
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Wittorf war einst ein kleines Dorf, das sich südwestlich von Neumünster an der Stör entwickelte. Es war ein  landwirtschaftlich geprägter Ort - bewohnt von Bauern, Hufnern, 

Wittorf im Jahre 1649
aus: J. Mejer, Die Ämter Rendsburg, Kiel und Bordesholm - 1649

Kätnern, Handwerkern und deren Familien. Dennoch wurde es schon früh in die wirtschaftliche Entwicklung des Fleckens Neumünster einbezogen, als Herzog Friedrich III. 1620 dort an der Stör eine Walkmühle für die Neumünsteraner Tuchmacherei errichten ließ.

Gasthof von 1899Die rasche industrielle Entwicklung Neumünsters im 19. und 20. Jahrhundert hatte eine starke flächenmäßige Ausdehnung der Stadt zur Folge und führte zu einem Zusammenwachsen mit den umliegenden Gemeinden. So wurde Wittorf am 1. April 1938 in den Stadtkreis Neumünster eingegliedert (gemeinsam mit Brachenfeld, sowie Teilen der Gemeinden Tungendorf und Gadeland). Gebiete, die längst wirtschaftlich zu Neumünster gehörten, wurden nun auch politisch in die Stadt einbezogen. Die Einwohnerzahl Neumünsters stieg von zuvor 42.000 auf 51.000 Einwohner. 
Seit 1970 ist Neumünster kein Stadtkreis mehr, sondern kreisfreie Stadt. Damit verlor Wittorf seinen Status als Gemeinde und wurde zum Stadtteil.  Ein eigenes Ortsschild gibt es jetzt nicht mehr und auch die ehemalige Autobahnausfahrt "Wittorf" verschwand zugunsten der Bezeichnung "Neumünster - Süd". - Heute diskutiert man in Neumünster, den Status als kreisfreie Stadt wieder aufzugeben und sich einem der benachbarten Kreise (Kreis Segeberg ?) anzugliedern. 

Als Ortschaft wird Wittorf dadurch jedoch nicht wieder auferstehen. Es wird auch in Zukunft Stadtteil der 85.000-Einwohnerstadt Neumünster bleiben.
Mit Stand vom 31.12.2001 zählte Wittorf 6.903 Einwohner. Aus Neumünsters Stadtmitte erreicht man den Stadtteil über die Wittorfer Straße, die in die Lindenstraße übergeht. Wittorf weist neben verschiedenen Wohngebieten und Grünflächen auch zwei Gewerbeflächen auf, auf denen sich vor allem die neueren Industriezweige angesiedelt haben. 
Durch einen 7-köpfigen Beirat nimmt der Stadtteil seine Interessenvertretung innerhalb der Ratsversammlung der Stadt wahr.

Wappen des Adelsgeschlechts Wittorp / WittorfGeschichtlich bedeutsam war die Wittorfer Burg im Mittelalter. Am Zusammenfluss von Stör und Schwale schützte sie den Zugang zum Holstengau (mehr - klick). 

In Wittorf hatte das Adelsgeschlecht der Wittorp seinen Ursprung. Die Herren von Wittorf hatten im Kirchspiel und im Flecken Neumünster die Grundherrschaft über 19 Bauernstellen und 9 Katen. Verschiedene ihrer Mitglieder standen im Dienste der Herzöge von Holstein. Vier davon in Generationenfolge als Kirchspielvögte von Neumünster (damals "Amtmann" genannt - nach: Hans Harald Hennings, Das holsteinische Adelsgeschlecht Wittorp und sein Adliges Gut Neumünster. I-II, ZSHG 92, 1967, s. 39-106; III-IV, ZSHG 94, 1969, s. 12-120.)
vor 1451 bis nach 1464: 
bis 1495: 
bis 1519: 
bis ~1532, gest.~1564
Tideke Wittorf,  
Detlev Wittorf,  
Joachim Wittorf, 
Jasper Wittorf

Wappen des Adelsgeschlechts Wittorp / WittorfDas Wappen der Wittorp wird bei Westfahlen als Haken wiedergegeben (abgebildet in: Ernst Joachim von Westphalen, Monumenta inedita rerum Germanicarum praecipue Cimbricarum et Megapolensium, Bd. 1, Leipzig 1739, Tafel D). In dieser Form findet es sich auch mehrfach als Siegelabdruck. Vermutende Deutungen sehen in dem Haken einen Angelhaken. 
Ein reich ornamentiertes Wappen findet sich bei Angelus (abgebildet in: Andreas Angelus, Holsteinische Chronica, Wittenberg 1569). Dittmann (Theodor Dittmann, Dat nyge Munster, Flensburg 1925) deutet es als Instrument zum Fischstechen und den Westfahlenschen Haken als Hechthaken. 
Im Jahre 1641 kaufte Herzog Friedrich III. den ganzen Wittorfschen Besitz auf. In Folge des Fehlens männlicher Nachfolger geht der Name des Geschlechts in dieser Zeit unter.

Parallel zur adligen  Linie der Wittorf gab es stets in Wittorf und dem Umland Bauern und Kätner mit dem Namen Wittorp / Wittorf. Wahrscheinlich leitet sich der Name Wittorf vom gleichnamigen Dorf oder gar von den Herren der einstigen Wittorfer Burg ab. - Über eine Verbindung mit dem Wittorfschen Rittergeschlecht aus dem Lüneburger Raum ist nichts bekannt. Es dürfte sich um zwei unabhängig voneinander entstandene Geschlechter gehandelt haben.

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