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Krempe - Stadt, Handelsort, Landesfestung
Krempe ist eine alte Stadt  in Holstein. Sie hat ihre Wurzeln im ausgehenden Mittelalter und entstand im Zuge der Eindeichung der Elbmarschen - hier im Besonderen: der Kremper Marsch

Vermutlich um 1200 begannen  angeworbene Siedler links- und rechtsseitig der Kremper Au zwei Köge einzudeichen und zu entwässern: den Krempdorfer und den Grevenkoper Koog. An der Schnittstelle dieser beiden neu bewirtschafteten Terrains, an der sich auch eine Furt befand, ließen sich Händler beiderseits der Au nieder. Sie fuhren die landwirtschaftlichen Produkte der Marsch aus und brachten benötigte Waren ins Land. 

An der Kremper Au gelegen und über die Stör mit der Elbe und dem Meer verbunden entwickelte sich diese Gemeinschaft zu einem Handelsort, in dem sich auch verschiedene Handwerker niederließen. Zur Stärkung des Handelsgeschehens wurden die beiden Flächen zu einem Ort zusammengelegt und aus den Dorfschaften Krempdorf und Grevenkop entlassen. 
Zudem verlieh vermutlich Heinrich von Barmstede, der über Grundbesitz in beiden Kögen verfügte, der so entwickelten oppidum Crempa den Stadtstatus. Diesen Vorgang schließt man aus dr Abbildung eines Bären- bzw. Wolfskopfs im Stadtwappen, wie er auch im Familienwappen der Barmstedes dargestellt ist (drei solche Köpfe). Wann Krempe das sog. Lübsche Stadtrecht verliehen bekam, ist aus Quellen nicht belegbar, es muss jedoch im letzten Drittel des 13. Jahrhunderts geschehen sein. 

Die Stadt hatte ein eigenes Wappen und das Recht, sich mit einem Rat selbst zu verwalten. Sitz des Rats war das Rathaus am Markt. 
Das Wappen der Stadt Krempe zeigt auf gelbem Feld in der Mitte das blaue Band der Kremper Au und im Dreispitz drei Fische, die den Fischreichtum der Au symbolisieren. Zentral im oberen Bereich ist der Bären- bzw. Wolfskopf abgebildet, der dem Familienwappen der Ritter von Barmstede entlehnt ist. 
Eine Kirche hatte wohl von Anbeginn der Kolonisation ihren Standort in der Flussschleife der Kremper Au (s. X in der Karte). Anfangs war sie deshalb zur Dorfschaft der villa Crempa (Krempdorf) gehörig, aber auch zuständige Kirche für die Einwohner von Grevenkop. Nach der Gründung der Stadt Krempe links- und rechtsseitig der Au war sie Kirche der Stadt, aber auch weiterhin Glaubensort der beiden benachbarten Dörfer.
Im 16. Jahrhundert und anfangs des 17. Jahrhunderts hatte Krempe seine wirtschaftlichen Blütezeit. Der Handel entfaltete sich und die Kremper Schiffe fuhren bis Portugal und ins Mittelmeer, wie Heinrich Rantzau 1597 berichtete.

1535 begann der dänische König Christian III den Ort zu befestigen. So wurde Krempe nach Rendsburg die zweitgrößte Landesfestung im Herzogtum Holstein. Im Zuge weiterer Ausbauphasen entwickelte sich die Wallanlage zu einer Höhe von 4,5 Metern. Sie verfügte über 4 Stadttore, sechs Bastionen und zwei Ravelins. Ein bis zu 25 m breiter Burggraben verstärkte die Wehrhaftigkeit. 

Infolge der Entwicklung des Schiffbaus suchte  König Christian IV einen günstigeren Hafenstandort für seine Kriegsschiffe und den Handel. Nach der Gründung Glückstadts (1617) direkt am Elbufer begann der Stern Krempes mehr und mehr zu sinken. Vermögende Bürger wanderten dorthin ab und die wirtschaftliche und militärische Bedeutung ging auf die Stadt an der Elbe über. Die Kriege des 17. Jahrhunderts taten ein Übriges. So wurde die Festung "demolieret", d.h. der Festungswall eingeebnet und der Burggraben zugeschüttet. 

Erst die Anbindung an die Eisenbahn in der Mitte des 19. Jahrhunderts brachte der Stadt wieder einen gewissen wirtschaftlichen Aufschwung und stärkte ihre Mittelpunktstellung in der Krempermarsch.
Heute ist Krempe ein kleiner wohnlicher Ort, in dem noch viele Spuren die Erinnerung an die Vergangenheit wach halten und Einblicke in eine interessante Geschichte gewähren.

Diese Seite handelt von der Geschichte der kleinen, liebenswerten Stadt. 
 
 
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